Handwerk

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Materialwissen
Holz für die Herstellung von Leisten und Rahmen

Trotz inzwischen sehr innovativer Materialien, die für die Rahmung von Bildern eingesetzt werden, stellt Holz immer noch den am häufigsten verwendeten Werkstoff dar. Es wird vor allem geschätzt, weil es leicht zu verarbeiten und relativ robust ist. Aber Holz ist nicht gleich Holz. Vor allem einige tropische Sorten sind problematisch, weil durch das Abholzen wichtige Lebensräume zerstört werden. Bei den Kunden ist ein deutlich gestiegenes Bewusstsein für Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit zu registrieren. Nicht zuletzt deshalb sollten Sie über die gängigsten Holzarten informiert sein, die in der Einrahmerwerkstatt zum Einsatz kommen.

Kiefer
Kiefernholz der Gattung Pinus gehört zu den wichtigsten heimischen Nadelhölzern. Ausschlaggebend sind hier der gerade Wuchs, das rasche Wachstum, die geringen Ansprüche an den Standort und die gute Verwendbarkeit des Holzes. Die mechanischen Eigenschaften des Holzes sind sehr gut. Zugleich ist allerdings der Streubereich sehr groß und abhängig von der Herkunft und den Wuchsbedingungen der Kiefer. Zum Anwendungsspektrum gehört vor allem die Verwendung als Bau- und Möbelholz für den Innenbereich sowie die Nutzung als Brennholz. Dabei wird Kiefernholz in Form von Rundholz, Schnittholz wie Brettern und Brettschichthölzern und als Furnierholz verarbeitet. Zugleich ist es ein wichtiges Holz für die Herstellung von Spanplatten. Als Bau- und Konstruktionsholz wird Kiefernholz nahezu überall eingesetzt, sowohl im Innenausbau wie auch bei Außenanwendungen. Der Splint ist weiß und im Licht vergilbend, bei jüngeren Bäumen oft den größeren Teil des Stammvolumens einnehmend. Das Kernholz ist deutlich abgesetzt, gelblich bis rötlichbraun, im Licht stark nachdunkelnd. Harzkanäle sind auf glatten Querschnitten mit der Lupe gut, auf Längsflächen gerade noch erkennbar. Frisches Holz hat einen stark harzigen Geruch. Kiefernholz ist nach entsprechender Beseitigung eventueller Harzstellen mit jedem Mittel und nach jeder Methode, deckend oder lasierend, gut zu behandeln. Nach längerer Wasserlagerung kann im Splintholz durch Bakterienbefall eine ungleiche Aufnahme der Mittel und dadurch eine Fleckenbildung entstehen. Die Bearbeitung des Holzes erfordert geringen Kraftaufwand und ergibt besonders glatte Hobelflächen. Beim Sägen, Hobeln, und besonders beim Schleifen harzreicher Qualitäten kann es zu schnellem Verharzen der Werkzeuge und entsprechenden Bearbeitungsdefekten kommen. Eckverbindungen, Nägel und Schrauben sowie Verklebungen halten gut.

Fichte
Die Fichte der Gattung Picea gehört seit langem zu den bedeutendsten deutschen Wirtschaftsbaumarten. Sie hat ein geradfaseriges, hellfarbiges Holz ohne Kernfärbung, durch dunkle Spätholzbänder deutlich strukturiert. Splint- und Kernholz sind farblich nicht unterscheidbar. Das Holz ist gelblich weiß und matt glänzend, unter Lichteinfluss zu gelblichbraun nachdunkelnd. Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen hellem Frühholz und dunklerem Spätholz entstehen auf tangentialen Flächen deutliche Fladern und auf Radialflächen schmale Streifen. Die kleinen Harzkanäle sind nur auf glatten Querschnitten mit der Lupe erkennbar. Frisches Holz hat einen leicht harzigen Geruch. Das Holz der Fichte ist leicht, weich und relativ elastisch sowie tragfähig. Die Bearbeitung des frischen wie auch des trockenen Holzes ist maschinell und handwerklich mit allen Werkzeugen schnell und werkzeugschonend durchführbar. Es ist auch gut zu Schälen und zu Messern, soweit Zahl und Größe der Äste gering sind. Die Schraub- und Nagelfestigkeit ist noch zufriedenstellend. Die Verklebung ist problemlos. Fichtenholz ist, nach entsprechender Beseitigung eventueller Harzstellen mit jedem Mittel und nach jeder Methode, deckend oder lasierend, gut zu behandeln. Fichtenholz wird für besonders preiswerte Bilderleisten und Rahmen verwendet.

Buche
Die Rotbuche ist ein in weiten Teilen Europas heimischer Laubbaum aus der Gattung Fagus. Die Bezeichnung ist eigentlich irreführend, denn das Holz ist nur leicht rötlich schimmernd. Ein tieferer Rotton entsteht durch das sogenannte Dämpfen. Dabei wird dem Holz die starke Neigung zum Verwerfen und zur Rissbildung genommen. Das Holz ist feinporig und meist gleichmäßig gemasert, lässt sich gut hobeln und drechseln. Die Buche zählt zu den Reifholzbäumen, hat also einen farblich homogenen Aufbau über den gesamten Stammquerschnitt. Sie zählt allerdings zu den Bäumen mit einer fakultativen Bildung eines Farbkerns. Dieser wird als Rotkern bezeichnet. Der Rotkern tritt mit zunehmendem Alter und mit größerem Durchmesser des Baumes häufiger auf. Das rotkernige Holz der Buche erzielt geringere Preise als weißes Holz. Diese sogenannte Kernbuche wird mittlerweile jedoch in der individuellen Möbelherstellung immer häufiger nachgefragt. Aufgrund der großen Härte wird es auch häufig als Parkett verwendet. Die Biegefestigkeit ist hoch, doch im gedämpften Zustand ist das Holz biegsam und zudem sehr plastisch, was direkt mit der kurzen Holzfaserlänge zusammenhängt. Aus diesem Grund werden gebogene Formteile aus dem Holz gefertigt, zum Beispiel Sitzmöbel mit anatomisch geschwungenen Elementen. Das trockene Holz kann mit allen Präparaten nach jeder Methode behandelt werden, wenn die Mittel der gleichmäßig dichten Oberfläche angepasst sind. Durch Beizen kann Buchenholz an nahezu jeden gewünschten Farbton angepasst werden. Wo die natürliche oder durch Dämpfen intensivierte Farbe zum Ausdruck kommen soll, werden allgemein klare und matt glänzende Mittel für die Oberflächenbehandlung eingesetzt wie farblose Lasuren, Mattierungen, Klarwachse, naturbelassene Öle oder transparente Lacke.

Ahorn
Die Ahorne (Acer) bilden eine Pflanzengattung mit 110 bis 200 Arten. Sie sind in gemäßigten und tropischen Gebieten in Eurasien, Nordafrika, Zentral- und Nordamerika weitverbreitet. Ahornholz wird vor allem als Bau- und Möbelholz genutzt. Das Holz des Berg-Ahorns zählt zu den wertvollen Edellaubhölzern. Gelblich-weiß bis weiß gefärbt, sind die Jahresringe zwar erkennbar, Splint und Kern setzen sich jedoch nicht voneinander ab, sondern sind farbgleich. Das mittelschwere, elastische, zähe, harte Holz schwindet nur gering. Die Biegefestigkeit ist gut. Das Holz ist wenig witterungsbeständig. Die Oberflächen lassen sich gut bearbeiten, leicht polieren, beizen und einfärben. Auch die Behandlung mit Lacken ist problemlos. Auch als Kontrastholz in Form von Kanten und Zierleisten wird es oft verwendet. Wegen seiner Tendenz zum relativ raschen Vergilben wurde der Einsatz für die Außenfronten im Möbelbau vermieden. Heute wird es bei hochwertigen Möbeln noch für die Innenauskleidung verwendet. Kunsttischlern dient das Ahornholz für die Herstellung feinster Möbel, wobei es auch für Intarsienarbeiten Verwendung findet. Seit langem wird ausgesuchtes Bergahornholz als Zier- und Resonanzholz zur Herstellung von Musikinstrumenten (Streich-, Zupf- und Blasinstrumente, Schlagzeugkessel) verwendet. Böden, Zargen und Hälse aus Ahorn sind für klassische Streichinstrumente die Regel. Besonders beliebt ist hier Riegelahorn, bei furnierten Teilen auch Vogelaugenahorn. Drechsler, Schnitzer und Bildhauer verwenden für ihre Arbeiten gerne Ahornholz, da hier feine Details ausgearbeitet werden können.

Kirschbaum
Die Süßkirsche der Gattung Prunus ist in Deutschland nach dem Apfelbaum der bedeutendste und am häufigsten kultivierte Obstbaum. Das Splintholz des Kirschbaums ist gelblich-weiß, während das Kernholz eine gelbrötliche bis rotbraune Färbung aufweist, die teilweise von grünen Streifen durchsetzt ist. Splint und Kern setzen sich entsprechend farblich stark voneinander ab. Die Jahresringe sind deutlich erkennbar. Die Jahrringgrenzen werden durch mittelgroße, einen deutlichen Ring bildende Poren markiert. Die Farbe kann vor allem durch Lichteinwirkung stark nachdunkeln und einen warmen, hell-goldgelben bis dunkel-rotbraunen Ton annehmen. Durch chemische Behandlung kann auch ein Farbton erreicht werden, der dem des Mahagoni nahekommt. Kirschbaum ist eine mittelschwere Holzart. Es ist mittelhart bis hart. Die Elastizität ist sehr gut, die Quellung vergleichsweise gering. Im Trockenen ist Kirschbaumholz sehr gut haltbar. Dies trifft vor allem bei der Verwendung im Innenausbau zu. Es lässt sich sehr gut bearbeiten und aufgrund der homogenen Holzstruktur leicht polieren, wobei sehr glatte Oberflächen erreicht werden können. Die Haltbarkeit des Holzes gegenüber Pilzbefall ist mäßig, gegenüber Nagekäferbefall ist das Holz sehr gefährdet.

Birnbaum
Birnbaumholz ist aufgrund seiner Farbe, Dichte und guten Polierfähigkeit ein gefragtes Holz im Möbelbau. Es ist hart, schwer, zäh und wenig elastisch. Birnbaumholz trocknet langsam und ohne große Rissbildung. Es ist in trockenem Zustand sehr formstabil. Diese Stabilität hängt mit den sogenannten Steinzellen zusammen, die sowohl die Birne als Frucht wie auch das Holz aufweisen. Es handelt sich hierbei um filzartig verflochtene Zellen. Das Holz ist sehr fein, dicht und hat kaum sichtbare Jahresringe. Poren sind mit bloßem Auge nur im Querschnitt zu erkennen. Der Birnbaum neigt im Alter zur fakultativen Kernbildung, die sich in violett-braunen bis schwarz-braunen Farbverläufen im Zentrum des Stamms äußert. Beim Dämpfen ändert sich die natürliche Farbe des Holzes von einem sehr hellen Silbergrau bis hellem Gelb in einen warmen, rötlichen Farbton. Im Alter bekommt es eine sehr schöne rotbraune, bernsteinartige Färbung. Birnbaum eignet sich trotz seiner Härte sehr gut zum Schnitzen feinster Details. Aufgrund der Steinzellen lässt es sich in verschiedene Richtungen bearbeiten, ohne auszureißen. Schwarz gebeiztes Birnbaumholz wurde in der Kunsttischlerei als Ersatz für das seltenere und teure Ebenholz verwendet, da es sich sehr gut beizen lässt. Das trockene Holz kann mit allen Präparaten nach jeder Methode behandelt werden, wenn die Mittel eine der gleichmäßig dichten Oberfläche angepasste Fließfähigkeit beziehungsweise Konzentration aufweisen. Da die natürliche oder durch Dämpfen intensivierte Farbe sowie die dezente Maserung von Birnbaum besonders geschätzt sind, werden allgemein klare und matt glänzende Mittel für die Oberflächenbehandlung eingesetzt wie zum Beispiel. farblose Lasuren, Mattierungen, Klarwachse, naturbelassene Öle oder transparente Lacke. Farbangleichung oder Durchfärben von Massivholz in kleinen Dimensionen oder Furnieren mit entsprechend pigmentierten Präparaten ist ohne Schwierigkeiten zu bewerkstelligen.

Eiche
Die Eichen (Quercus) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Buchengewächse. In Deutschland sind die Eichen mit einem Anteil von neun Prozent des Bestandes im Flach- und Hügelland nach den Buchen die verbreitetste Laubbaum-Gattung. Durch Ringporigkeit und große Holzstrahlen sind die Hölzer deutlich strukturiert. Die hell- bis mittelbraunen Vertreter gehören überwiegend zu den Weißeichen, die rosabraunen überwiegend zu den Roteichen. Der Splint ist in Abhängigkeit des Standorts, Alter und Art 2 bis 8 Zentimeter breit, weiß bis hellgrau oder hellgrau bis blassrosa. Das Kernholz ist hell lederbraun, sehr vereinzelt auch mit rötlichem Ton, bei Roteichen hellrötlich grau bis rötlich braun, selten auch hellbraun. Jahresringe sind deutlich markiert durch Ringe großer Frühholzporen. Holzstrahlen treten in zwei unterschiedlichen Größen auf: sehr schmale und wenige breite, letztere auf radialen Flächen sehr auffällige Spiegel bildend. Weißeichen und Roteichen lassen sich anhand des Spätholzporenbildes sowie chemisch relativ gut unterscheiden. Eichenhölzer sind in der Regel mit allen Mitteln problemlos zu beizen, mattieren, lasieren und streichen. Eine Besonderheit ist die Behandlung von Weißeichen mit Ammoniak – das sogenannte Räuchern –, um eine durchgehend braune bis schwarzbraune Farbe zu erzielen. Die Eiche zählt zu den mittelschweren Hölzern. Es ist als engringig gewachsenes Holz mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen gut zu bearbeiten. Weißeichen wie Roteichen lassen sich problemlos zu Furnieren aufarbeiten. Für Nägel und Schrauben sollte wegen der leichten Spaltbarkeit des Holzes vorgebohrt werden. Die Verklebbarkeit ist bei mild gewachsenem Holz allgemein gut, bei schnellwüchsigen, harten Qualitäten mitunter problematisch. Stark alkalische Kleber können zu Fleckenbildung führen.

Linde
Die Linden (Tilia) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Malvengewächse. In den Wäldern Mitteleuropas sind mit der Sommer- und der Winterlinde sowie der Silberlinde nur wenige Lindenarten heimisch. Die Linden zählen zu den Reifholzbäumen und haben ein helles Kernholz, das sich farblich nicht vom Splintholz unterscheidet. Das Holz ist hellfarbig, weißlich bis gelblich und hat häufig einen rötlichen oder bräunlichen Einschlag und zeigt einen matten Glanz. Seltener ist es grünlich gestreift oder gefleckt. Lindenholz wird vor allem in der Bildhauerei, zum Schnitzen und für Drechselarbeiten verwendet. Verbreitet war zum Beispiel der Einsatz von Lindenholz in der deutschen Bildhauerei vor allem der Spätgotik. Zwischen dem Holz der beiden heimischen Lindenarten gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Doch wird der Winterlinde ein etwas schwereres, dichteres und härteres Holz nachgesagt. Lindenholz ist weich und ein mittelschweres heimisches Laubholz. Es ist gleichmäßig dicht, zäh, wenig elastisch und wenig fest. Es ist stark schwindend, reißt oder arbeitet aber im getrockneten Zustand kaum. Unter Wasser oder der Witterung ausgesetzt wird es rasch durch Pilze befallen und ist daher kaum dauerfest. Lindenholz kann gut bearbeitet werden, es lässt sich mühelos schneiden und hobeln und ist besonders gut geeignet zum Schnitzen und Drechseln. Deshalb wird es auch gerne für aufwendig handgeschnitzte Bilderrahmen verwendet. Es ist gut schälbar, messerbar und gut zu biegen. Es kann leicht gespalten werden, aber nicht in glatten Flächen. Verbindungen durch Nägel und Schrauben sind gut haltbar, doch ist die Verleimungsfestigkeit teilweise unbefriedigend. Die Oberflächen lassen sich gut polieren, beizen und einfärben. Die Behandlung mit Lacken ist unproblematisch. An Sonnenlicht kann das Holz vergilben. In Kontakt mit Eisen bilden sich bei Feuchtigkeit graue Verfärbungen, das Eisen selbst zeigt starke Korrosion.

Esche
Die Esche ist eine in Europa heimische Baumart, die mit einer Wuchshöhe von etwa 40 Metern zu den höchsten Laubbäumen Europas zählt. Das Eschenholz ist ein schweres und auch hartes Holz mit günstigen Festigkeitseigenschaften. Seine Zugfestigkeit und Biegefestigkeit übertrifft die der Eiche. Es ist elastisch, abriebfest und durch die hohe Bruchschlagarbeit zäher als die meisten anderen heimischen Holzarten. Dabei sind die mechanischen Eigenschaften umso günstiger, je breiter die Jahresringe sind. Jahresringe mit einer Breite über 1,5 Millimeter sind ein Zeichen für eine gute Holzqualität. Ein ausgeprägter Farbkern beeinflusst die Holzqualität nicht. Eschenholz kann sowohl händisch als auch maschinell gut bearbeitet werden. Gedämpft lässt es sich ähnlich gut wie die Buche biegen. Die Oberflächen sind einfach behandelbar, was besonders für das Beizen gilt. Das Holz ist widerstandsfähig gegen schwache Laugen und Säuren. Es ist jedoch nur wenig witterungsbeständig, und auch bei Kontakt mit dem Boden wird das Holz rasch geschädigt. Da es sich nur schwer imprägnieren lässt, wird das Holz im Freien selten verwendet. Eschenholz wird sowohl als Massivholz als auch in Form von Furnieren häufig eingesetzt.

Espe
Die Espe oder Zitterpappel ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Pappeln. Sie gilt als die in Europa am weitesten verbreitete, in Mitteleuropa als häufigste auftretende Pappelart. Pappelholz ist ein sehr beliebter Rohstoff. Das Holz findet besonders in preiswerten und leichten Sperrholzplatten, Tischtennisschlägern, Zahnstochern, Streichhölzern und vielen anderen Produkten Verwendung. Des Weiteren wird es zu Papier verarbeitet und zur Energieproduktion verwendet. Im Kunsthandel spielt es vor allem bei der Herstellung von Keilrahmen eine Rolle. Das Holz ist absolut harzfrei. Es ist sehr weich, gehört zu den leichtesten mitteleuropäischen Laubholzarten und weist entsprechend geringe absolute Festigkeitswerte auf. Bezogen auf die Masse des Holzes kann die Festigkeit aber mit anderen Holzarten mithalten. Das Holz gilt als splitterfest und verglichen zu anderen Laubhölzern als leicht spaltbar. Durch Faserverfilzung an der Holzoberfläche und an den Reibflächen ist auch der Widerstand gegen Abnutzung hoch. Das Holz ist wenig witterungsbeständig und zeigt unter Wasser nur eine geringe Beständigkeit. Frisch weist es einen hohen Feuchtigkeitsgehalt auf. Beim Trocknen neigt es nicht zum Reißen oder Werfen, braucht jedoch lange, bis die Gebrauchsfeuchtigkeit erreicht ist. Das Holz kann gut mit scharfen Werkzeugen bearbeitet werden. Es lässt sich gut sägen, fräsen, schälen und messern. Frisches Holz ist leichter zu bearbeiten als trockenes, da filzige Sägespäne zu starker Reibung und Erhitzung der Sägeblätter führen. Breitringiges Holz lässt sich meist weniger glatt aufbereiten. Es lässt sich gut verleimen und befriedigend nageln. Die Oberflächenbehandlung ist problemlos, es lässt sich gut beizen, aber weniger gut polieren.

Forest Stewardship Council
Für Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Als Kunsthändler oder Einrahmer haben Sie meist nicht die Möglichkeit, die Herkunft des Holzes zu überprüfen, aus dem Ihre Bilderleisten und Rahmen gefertigt wurden. Sie sind weitestgehend auf die Angaben der Hersteller angewiesen. Zusätzlichen Schutz bieten jedoch Labels wie FSC. Die Förderung einer umweltfreundlichen, sozialförderlichen und ökonomisch tragfähigen Bewirtschaftung von Wäldern – das ist die Mission des Forest Stewardship Council (FSC) weltweit. Die unabhängige, gemeinnützige Nicht-Regierungsorganisation wurde 1993 als ein Ergebnis der Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ in Rio de Janeiro gegründet. Heute ist der FSC in über 80 Ländern mit nationalen Arbeitsgruppen vertreten. Das FSC-Label auf einem Holz- oder Papierprodukt ist ein Indikator dafür, dass das Produkt aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt – Produkte mit FSC-Label sichern die Nutzung der Wälder gemäß den sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedürfnissen heutiger und zukünftiger Generationen. Außerdem sichert das Label, dass das Produkt auf seinem Weg zum Konsumenten über die gesamte Verarbeitungs- und Handelskette nicht mit nicht-zertifiziertem, das heißt nicht-kontrolliertem, Holz oder Papier vermischt wurde. Hinter dem FSC-Label steckt ein durchgängig zuverlässiger Prozess: Es wurden zehn Prinzipien und 56 Indikatoren entwickelt, auf denen die weltweit gültigen FSC-Standards zur Waldbewirtschaftung basieren. Wälder, die nach diesen Standards bewirtschaftet werden, können das FSC-Zertifikat erwerben. Der FSC bietet zudem Transparenz, Warenzeichen-Sicherheit und Beratungsleistungen für Unternehmen und Organisationen, die an guter Waldbewirtschaftung interessiert sind.

Mahagoni
Amerikanisches Mahagoni, auch Echtes Mahagoni genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Sie kommt in Mittelamerika und im tropischen Südamerika vor. Die Exemplare stehen im Regenwald vereinzelt meist in Flussniederungen, so dass für jeden geschlagenen Baum viele weitere gefällt werden, um eine Transportschneise zu schaffen. Auch das im Regenwald sehr komplex aufgebaute Ökosystem macht das Fällen problematisch, weil Auswirkungen von großflächigen Störungen nur schwer abzuschätzen sind. Das Splintholz ist grau-braun bis grau-gelb, hat jedoch nur eine geringe Breite und hebt sich deutlich vom rot-braunen bis hell-braunen Kernholz ab. Im Radial- und Tangentialschnitt sind zahlreiche Spiegel zu erkennen, wodurch das Holz eine schimmernde und lebhafte Oberfläche bekommt. Im Radialschnitt zeigt sich, dass es sich um ein zerstreutporiges Holz handelt und die Poren, besonders bei den aus Südamerika stammenden Arten, oftmals mit weißen Holzinhaltsstoffen gefüllt sind. Das Holz ist mittelschwer. Das gute Stehvermögen, große Maßhaltigkeit, leichte Bearbeitung und die hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzen und Insekten machen es auch technisch zu einem der besten Hölzer weltweit. Bei der Trocknung kommt es nur selten zu Rissbildung. Furniere können gesägt, geschält oder gemessert werden. Da das optische Erscheinungsbild erst nach einer Behandlung mit Lack, Öl oder Wachs voll zur Geltung kommt, sollte darauf nicht verzichtet werden. Zudem neigen unbehandelte Flächen dazu, schnell zu vergrauen.

Abachi/Ayous
Abachi ist das Holz eines Malvengewächses der Gattung Triplochiton. Die Pflanze ist in Afrika beheimatet. Abachi ist im deutschsprachigen Raum der gebräuchliche Handelsname des Holzes. Handelsnamen des Holzes sind auch Samba, Obeche, African Whitewood oder Ayous. Triplochiton ist im tropischen immergrünen und halbimmergrünen Regenwald südlich des Sahel von Senegal bis Angola verbreitet. Hauptsächliche Vorkommen sind im tropischen Westafrika zum Beispiel der Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria und Kamerun. Das Kernholz ist weiß bis hellgelb und scharf abgegrenzt vom bis zu 15 Zentimeter dicken Splintholz. Frisch geschlagenes, feuchtes Holz besitzt einen unangenehmen Geruch, der beim Trocknen verschwindet. Das leichte Holz ist leicht zu bearbeiten. Das Holz ist nicht besonders haltbar, denn es wird häufig von Termiten, Käfern und Pilzen befallen. Das Vollholz wird für Leisten, Profilhölzer, Modelle, Prothesen und Orgelpfeifen verwendet. Es wird eingesetzt für Leichtbauteile im Karosserie- und Saunabau, des Weiteren für Verpackungen. Auch Furniere werden aus Abachi hergestellt. Das deutsche Bundesamt für Naturschutz (BfN) und auch Greenpeace raten von der Verwendung dieses Holzes ab. Einem Bericht zufolge erfolgt der Abbau von Abachi aus dem zentralafrikanischen Becken vor allem durch eine planmäßige Ausbeutung und durch Entnahme der wertvollsten Bäume. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie nur Ayous-Leisten verwenden, deren Holz aus nachhaltigem Anbau stammt.

Schädling Lyctuskäfer
Die unsichtbare Gefahr

Leider sind nicht nur Kunstliebhaber von schönen Holzbilderrahmen begeistert, sondern auch ein Schädling, der schon viele Leistenlager in Europa zerstört hat: der Braune Splintholzkäfer oder auch Lyctuskäfer genannt. Er stammt ursprünglich aus tropischen Regionen. Inzwischen ist er jedoch weltweit verbreitet und gehört zu den bedeutendsten und häufigsten Trockenholzzerstörern. Der Käfer hat eine rotbraune, dunkelbraune oder gelbbraune Färbung, wobei der Kopf meist dunkler gefärbt ist. Er hat eine schlanke und stäbchenartige Form und wird 2,5 bis 7 Millimeter lang. Die Larven sind elfenbeinfarben, gekrümmt, haben drei Beinpaare und erreichen eine Länge von 6 Millimetern. Am bearbeiteten Holz ist der Befall des Lyctuskäfers an den angeschnittenen Fraßgängen, die mit Bohrmehl verstopft sind, zu erkennen. Die in Faserrichtung verlaufenden Fraßgänge weisen einen Durchmesser von 2 Millimetern auf. Von außen ist der Befall in der Regel nicht erkennbar. Nach wiederholtem Befall ist die Holzoberfläche papierdünn und der Innenraum inzwischen in eine pulverartige Masse umgewandelt. Bekämpft wird der Lyctuskäfer unter anderem mit Lösungsmitteln. Die Behandlung kann mit dem Streich- oder Spritzverfahren erfolgen, wobei das Holz zwei- bis dreimal mit einem getränkten Pinsel gestrichen wird oder mit einem Luftdruckgerät oder einer Handdruckspritze auf dem Holz versprüht wird. Das umweltfreundliche Heißluftverfahren wird seit über 40 Jahren erfolgreich verwendet. Während der Durchführung wird fünf bis zwölf Stunden bei einer Raumtemperatur von 80 bis 120 °C das Holz bis einschließlich des Kerns mit einer speziellen Hochleistungsheißluftmaschine auf mindestens 55 °C erwärmt.

Ramin
Ramin ist der Handelsname des Holzes einiger Arten der Gattung Gonystylus. Diese Gattung enthält etwa 30 Arten. Das Verbreitungsgebiet im südöstlichen Asien ist Indomalesien und umfasst Malaysia, Singapur, Indonesien, Brunei, die Philippinen und Papua-Neuguinea. Die höchste Artenzahl findet sich auf Borneo. Man findet sie überwiegend in Feuchtgebieten. Für den malaysischen Bundesstaat Sarawak sind Raminhölzer das wichtigste Ausfuhrgut. Einige Arten sind geschützt und mit einer Handelskontrolle belegt. Raminholz ist hell, mit einer regelmäßigen Struktur und einem geraden oder leicht gewellten Faserverlauf. Frisch geschnittenes Holz hat einen unangenehmen Geruch, der aber nach dem Trocknungsprozess verflogen ist. Das Holz gleicht in seiner Festigkeit der Buche. Allerdings splittert es leichter und bricht bei zu hoher Belastung schneller. Es entwickelt, wenn es nass wird, erneut einen unangenehmen Geruch. Es ist daher nicht für Gegenstände geeignet, die leicht nass werden. Das Holz ist zerstreutporig. Das Kernholz und Splintholz ist gelb bis hell.

Ilomba
Das im westlichen sowie im zentralen Afrika vorkommende Ilomba aus der Familie der Myristicaceen hat wegen seiner auffälligen Geradfaserigkeit und hellen Färbung in verschiedenen Bereichen, vor allem aber in der Leistenproduktion und als Schälholz, eine zunehmende Bedeutung erlangt. Das Splintholz ist gelblich weiß bis blass hellrosa, ohne Verkernung. Frisches Holz ist anfällig für rosagraue bis bräunliche, bakterielle Verfärbungen. Die Poren sind grob bis mittelgroß und zahlreich, gleichmäßig zerstreut und als auffällig gerade Rillen das Holzbild wesentlich bestimmend. Der Faserverlauf ist auffällig regelmäßig und ohne Wechseldrehwuchs. Trockene Hölzer sind ohne besonderen Geruch. Es handelt sich um ein mäßig leichtes Holz. Der Einschnitt des frischen Holzes verläuft ohne Schwierigkeiten. Gelegentlich besteht die Neigung zu faserigen Kanten. Das trockene Holz ist gut zu hobeln, fräsen, bohren und zu schleifen. Gehobelte und gefräste Flächen sind auffällig glatt. Eine Neigung zum Ausreißen besteht nur selten. Verschraubungen, Nagelungen und Verleimungen halten gut. Bei alkalischen Leimen tritt eine braunrötliche Verfärbung auf. Ungetrocknetes und ungeschütztes Ilomba wird leicht von Insekten und Pilzen befallen. Außerdem ist auf Verfärbungen zu achten. Eine schnelle Verarbeitung beziehungsweise Trocknung ist darum sicherzustellen. Für die Freilufttrocknung wie auch für die technische Trocknung ist zu beachten, dass keine zu schnellen Änderungen der Feuchte und Temperatur erfolgen, um Verformungen, Rissbildung und Verschalen zu vermeiden. Die Haltbarkeit des getrockneten Holzes ist befriedigend bis gut.

Weymouth-Kiefer
Die Weymouth-Kiefer ist die größte Nadelbaum-Art des östlichen Nordamerika. Das cremefarbene bis strohgelbe Kernholz wird von einem nahezu weißen Splint umgeben. Es bestehen gleitende Übergänge zwischen Früh- und Spätholz. Vor allem im Spätholz sind die Harzkanäle gut erkennbar, welche einzeln oder in Gruppen von zwei oder drei stehen. Das weiche Strobenholz ist relativ leicht, aber stark belastbar. Es ist schraubenfest, lässt sich leicht bearbeiten, imprägnieren und trocknen, ist aber wenig dauerhaft. Selbst das Kernholz muss beim Verbau in fäulnisgefährdeten Lagen imprägniert werden. Heute wird der Großteil des Holzes zu Schnitt- und Sperrholz verarbeitet sowie zur Möbel-, Papier- und Spielzeugherstellung genutzt. Weitere Nutzungsmöglichkeiten existieren in der Kunstschreinerei und als Konstruktionsholz. Das Holz ist geradfaserig und verwirft nur wenig. Es wirkt aufgrund seiner homogenen Struktur attraktiv und nimmt Farben gut an. Die Weymouth-Kiefer eignet sich sowohl zum Profilieren wie auch zum Vergolden hervorragend.


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© Der Kunsthandel 2010