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Brian's Corner
Beschriftung von Passepartouts


Beschriftungen von Passepartouts

Wenn Einrahmer an Passepartouts mit Beschriftungen denken, ist der naheliegendste Gedanke, von Hand Namen zu schreiben. Doch die neueste Generation Computergesteuerter Passepartoutschneider (CMC) bietet eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten. Und Brian Wolf hat hierfür bereits viele attraktive Ideen. In dieser Ausgabe von Brian`s Corner zeigt er, wie man eine simple Namensbeschriftung für eine Fotoeinrahmung stilvoll umsetzt.

Viele Einrahmer haben schon seit längerem nach Möglichkeiten gesucht, Schriften und Linien in ihre Passepartout-Designs zu integrieren. Namen, Daten und Orte wären eine tolle Ergänzung für viele Einrahmungen. Daher haben wir eine ganze Reihe interessanter Layouts entwickelt, die auch Schriften und gezeichnete Ornamente beinhalten.

Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Techniken heraus kristallisiert. Gravierte Metallplatten, die in das Passepartout eingebettet wurden, kalligraphische Lösungen und in den Karton eingeprägte Schriften. Die neueste Variante ist jedoch die Möglichkeit, Schreibgeräte in CMCs einzuspannen, mit denen direkt auf das Passepartout geschrieben und gezeichnet werden kann. Dabei haben wir die volle Kontrolle über Größe, Schriftart, Layout und Farbe.

Schriftarten

Für die Programmierer der Steuersoftware war hierbei der erste wichtige Schritt, die verwendeten Schriftarten soweit zu vereinfachen, dass jeder Buchstabe aus einer einzelnen Linie entsteht. Dies war nötig, damit auch sehr kleine Buchstaben geschrieben werden können, ohne dass neu angesetzt werden muss. Hierbei ist auch zu beachten, dass die Software einzelne Linien wie bei einem kleinen "i" nicht mehr als Rechteck darstellen darf, wie es der Fall ist, wenn der Buchstabe ausgeschnitten werden soll. Trotz dieser Vereinfachung musste natürlich weiter gewährleistet sein, dass auch aufwändigere Schriften mit Serifen und Verzierungen dargestellt werden können. Durch das Prinzip "1 Buchstabe = 1 Linie" können Buchstaben sehr klein bis zu einer Höhe von 4 mm umgesetzt werden.

Typographie

Es ist besonders wichtig, dass die fertige Beschriftung exakt und optisch ansprechend umgesetzt wird, dass die Abstände richtig und Details sauber herausgearbeitet sind, denn kein Betrachter braucht ein besonders geschultes Auge, um ein schlechtes Layout zu erkennen. In den Programmen von allen CMCs, egal mit welchem Sie arbeiten, sind Funktionen integriert, die Buchstaben zu sperren, also die Abstände zu erhöhen, und Linien zu positionieren. In der Wizard-Software gibt es zudem die Möglichkeit, Schriften zu unterschneiden, also die Abstände zwischen den Buchstaben zu verringern sowie die Wortabstände zu variieren. Natürlich funktionieren auch alle Anordnungs-Werkzeuge der jeweiligen Steuersoftware wie gewohnt, so dass Sie auch einzelne Linien, Buchstaben und dekorative Elemente bündig zueinander anordnen können.

Ein Name und ein Ornament (Bild 101/102)

Als Prototyp einer Beschriftung gilt natürlich, Personen auf einem Foto zu identifizieren. Als kreative Einrahmer wollen wir dies mit Stil machen. Im vorliegenden Fall ist die Beschriftung mit einem Ornament unterlegt, das zentriert unter der Schrift angeordnet wurde. Dieses Design wurde durch die kalligrafischen Arbeiten inspiriert, mit denen gedruckte Werke wohl vor einigen hundert Jahren verziert worden wären. Die Buchstaben sind in diesem Fall fast 7 mm hoch, der gesamte Schriftzug rund 15 cm breit. Gut zu erkennen ist auch, dass jeder Buchstabe nur aus einer Linie besteht. Die verwendete Schrift passt sich hervorragend an fast jeden Stil an und ist recht universell einsetzbar.

Die Stiftfarbe

Die Beschriftungen sollen nicht die Gesamtpräsentation des Bildes dominieren, das ist der wichtigste Grund, warum wir sie immer möglichst klein halten sollten - in Relation zur Größe des Bildes natürlich. Eine weitere Möglichkeit, die Beschriftung zurückhaltend zu gestalten, ist durch die Auswahl der richtigen Farbe, schließlich wollen wir, dass die Schrift wahrgenommen wird ohne abzulenken. In diesem Fall wurde mit einem goldenen Stift gearbeitet, dessen sanfter Farbton hervorragend zu den ebenfalls in bräunlichen Tönen gehaltenen Passepartouts passt und der sich nicht aufdrängt.

Der richtige Stift

Sie müssen ein wenig experimentieren, wenn Sie die richtigen Stifte auswählen wollen, die gut mit Ihrer Maschine funktionieren. Das bedeutet zunächst einmal, dass sie schöne durchgängige Linien ziehen muss. Jeder kennst das sicherlich vom Schreiben mit der Hand, dass manche Stifte auch kleine "Aussetzer" haben. Die sind hier nicht geeignet. Danach können die Farbe und die passende Liniendicke ausgesucht werden. Hierbei ist ebenfalls zu beachten, dass die Dicke des Stiftes umso geringer sein muss, je filigraner die Linien und je kleiner die gezeichnete Schrift ist. Und auch die Art des Stiftes, seien es Tintenschreiber, Fineliner oder andere müssen dem Anwendungsgebiet angepasst sein. So können Kugelschreiber oftmals zwar ein optimales Schriftergebnis liefern, vom optischen Eindruck passen Sie aber in der Regel nicht besonders gut zu Namenszügen oder ähnlichem. Wenn Sie am Anfang ein wenig Zeit darauf verwenden, sich das passende Stiftsortiment für alle (oder die meisten) Gelegenheiten zusammen zu stellen, sind Sie gut gerüstet.

 

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© Der Kunsthandel 2011