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Gehrungskreissägen
So machen Sie einen guten Schnitt
Zu den wichtigsten Maschinen,
die man in fast jeder Einrahmerwerkstatt findet, gehört
zweifellos die Gehrungssäge. Dabei handelt es sich im Prinzip
um eine Handkreissäge, die mit Hilfe eines Gelenks oder
einer Schiene auf einem Drehteller befestigt ist. Für den
Zuschnitt breiter Leisten oder von Leisten, die aus einem Holz-/Alu-Verbundmaterial
bestehen, ist sie unverzichtbar. Um den Ausschuss möglichst
gering zu halten und Verletzungen vorzubeugen, sollte man schon
beim Kauf einige Punkte beachten und die Säge vor allen
Dingen korrekt bedienen.
Die Bandbreite der Geräte,
die für die Bildeinrahmung verwendet werden, ist fast so
groß wie das gesamte Marktangebot: Von der Billigmaschine
aus dem Discountladen um die Ecke oder dem Baumarkt für
unter 50 Euro bis hin zu vollautomatischen Doppelgehrungssägen
für mehrere 10 000 Euro ist alles vertreten. Die Entscheidung,
wie viel man investieren möchte, hängt nicht nur von
den finanziellen und räumlichen Möglichkeiten, sondern
auch davon ab, wie häufig und für welchen Zweck die
Säge zum Einsatz kommen soll. Es ist auch zu bedenken, dass
bessere Modelle über eine Absaugvorrichtung für die
Späne verfügen und so erheblich zu einem sauberen Arbeitsumfeld
in der Werkstatt beitragen.
Schutz
vor Verletzungen
Auf jeden Fall sollten man
nur Maschinen kaufen, die mit der CE-Kennzeichnung versehen sind.
Durch die Anbringung der CE-Kennzeichnung bestätigt der
Hersteller, dass das Produkt den geltenden europäischen
Richtlinien entspricht. Außerdem muss der Maschine eine
EG-Konformitätserklärung gemäß der EG-Maschinen-Richtlinie
und eine deutschsprachige Betriebsanleitung beigefügt sein.
Beim Kauf einer Kappsäge ist darauf zu achten, dass Schnittbreite
und -tiefe an die jeweiligen Arbeitsvorgänge angepasst sind.
Dies geschieht in der Regel durch die Größe des Sägeblattes.
Bei kleineren Modellen liegt die maximale Schnitttiefe und -breite
zumeist bei lediglich 20 bis 70 Millimetern. Sie eignen sich
damit kaum für Anforderungen einer Einrahmerwerkstatt. Es
sollte vor allem darauf geachtet werden, dass eine Kappsäge
nicht zu schwer ist, denn mit der Zeit kann eine zu schwere Säge
die Muskeln und vor allem auch den Rücken belasten und gesundheitliche
Probleme verursachen. Wichtig ist außerdem der Griff bei
einer Kappsäge. Er sollte einen festen Halt garantieren.
Eine leichte Riffelung des Griffs ist vorteilhaft, damit die
Hand nicht so leicht abrutschen kann. Empfehlenswert ist eine
Konstruktion, durch welche die gesamten Abfallstücke in
einen Abfallschacht fallen.
Viele Kappsägen sind heutzutage relativ unsicher und sollten
daher mit Schutzvorrichtungen gegen eine Verletzungsgefahr gewappnet
sein. Dies steht allerdings teilweise im Widerspruch zur Leistung
der Kappsäge, denn eine Kappsäge mit Sicherheitsabdeckung
ist zumeist nicht für schnelles Arbeiten geeignet. Die Holz-Berufsgenossenschaft
zählt Gehrungskappkreissägemaschinen zur Gefährdungsstufe
II und warnt vor einem erheblichen Verletzungsrisiko, wenn das
Sägeblatt in der oberen Ausgangsstellung nicht ausreichend
durch eine Schutzhaube abgedeckt ist. Gefährlich kann es
auch werden, wenn das Werkstück, also die Leiste, verschoben
wird, obwohl das Sägeblatt nicht vollständig in die
obere Ausgangsstellung zurückgeführt wurde. Um die
Unfallgefahr durch Späneflug zu minimieren, sollte beim
Betrieb auf jeden Fall eine Schutzbrille getragen werden, sofern
die Sägeblätter und die Schnittstelle nicht lückenlos
abgeschirmt sind.
Staub
und Lärm
Bei langen Werkstücken
ist es unbedingt erforderlich, zusätzlich eine Werkstückauflage
anzubringen. So wird einerseits ein sauberer Schnitt gewährleistet
und andererseits verhindert, dass die Leiste beim Sägevorgang
vibriert oder sogar weggeschleudert wird. Beim Schneiden muss
das Werkstück immer fest gegen den Werkstückanschlag
gedrückt werden. Beim Verschieben oder Entnehmen der Leiste
dürfen Sie niemals unter das ungesicherte Sägeblatt
greifen. Prüfen Sie sicherheitshalber, ob das Sägeaggregat
selbsttätig in die obere Ausgangsstellung zurückkehrt.
Zwei weitere wichtige Aspekte sind der Staubschutz und die Lärmbelastung.
In vielen kleineren Einrahmerwerkstätten ist es nicht möglich,
die Gehrungssäge in einen extra Raum zu stellen. Wo jedoch
Arbeiten an den Oberflächen von Leisten oder sogar Vergoldungen
vorgenommen werden, sind Staub oder Sägemehl fatal. Deshalb
ist es dort dringend empfohlen, abgesaugte Gehrungskappsägen
zu verwenden, die außerdem dem Stand der Staubminderungstechnik
entsprechen und helfen, den Luftgrenzwert für Holzstaub
einzuhalten. Nicht zu unterschätzen der Lärm, der beim
Betrieb einer Kreissäge entsteht. Der Emissionsschalldruckpegel,
der am Arbeitsplatz dadurch entsteht, liegt bei 86 bis 89 Dezibel,
einem Wert, der bei Dauerbelastung durchaus schon zu Hörschäden
führen kann. Die Geräuschkulisse einer Kreissäge
lässt sich vor allem durch den Einsatz lärmarmer Sägeblätter
minimieren. Auch sollte Sie darauf achten, dass die Blätter
immer scharf sind. Stumpfe Blätter sind beim Schneiden lauter.
Das richtige Sägeblatt
Auch bei der Auswahl der geeigneten
Kreissägeblätter gibt es einiges zu beachten. Es sollten
nur solche verwendet werden, die mit dem Namen oder Zeichen des
Herstellers gekennzeichnet sind. Bei Verbundkreissägeblättern
muss zusätzlich die höchstzulässige Drehzahl angegeben
sein. Diese darf auf keinen Fall überschritten werden. Beschädigte
Sägeblätter, die zum Beispiel Risse, Verformungen oder
Brandflecken aufweisen dürfen nicht weiter verwendet und
müssen sofort ausgetauscht werden. Sie sind ein Zeichen
dafür, dass das Material den Anforderungen nicht gewachsen
ist und die Gefahr besteht, dass die Blätter im Einsatz
auseinander brechen.
Die Zahnanzahl des Sägeblattes ist entscheidend für
die jeweilige Anwendung. Ein Sägeblatt mit zum Beispiel
36 Zähnen also mittlerer Zahnanzahl eignet sich besonders
gut für saubere Querschnitte. Ein Sägeblatt mit zum
Beispiel 72 Zähnen also hoher Zahnanzahl eignet sich besonders
gut für saubere Schnitte auch in harten Materialien. Allgemein
gilt: Je weniger Zähne desto schnellerer, unsauberer Schnitt
und eher für weichere Materialien geeignet. Je mehr Zähne
desto langsamerer, sauberer Schnitt und eher für härtere
Materialien geeignet.
Bei der Stellung der Zähne zur Laufrichtung unterscheidet
man zwischen positiver und negativer Zahnstellung. Grundsätzlich
kann man sagen, je positiver, also schräger dem zu sägendem
Werkstück entgegen, desto schnellerer Schnitt, allerdings
für eher weichere Materialien geeignet. So eignen sich Sägeblätter
mit einer negativen Zahnstellung besonders gut für saubere
Schnitte auch in harten Materialien.
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