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Prägelinien
Dezente Verzierungen bringen Bilder
zur Geltung
Einrahmer haben ein gutes
Gefühl für die geschickte Anwendung von Passepartout-Verzierungen.
Oft trifft dabei allerdings der Satz "Weniger ist mehr"
zu. Es sind dezente Designs, die ein Bild unterstützen und
so noch besser zur Geltung bringen. Tusche- und V-Linien sind
klassische Beispiele für detailreiche Ausschnitt- Umrandungen.
Doch auch Prägelinien spielen in der Passepartout- Verzierung
eine große Rolle. Sie sind vielleicht die am meisten unterschätzte
Methode und sollen aus diesem Grund einmal näher beleuchtet
werden. Brian Wolf von der Wizard Universität beschreibt
die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.
Bereits seit Jahrhunderten,
gehören Präge-Linien zu den Dekorationsarten bei Passepartouts.
Dennoch waren sie bisher nicht sehr weit verbreitet, da sie mit
einem hohen Arbeitsaufwand verbunden waren. Computergesteuerte
Passepartoutschneider hingegen eröffnen völlig neue
Möglichkeiten in diesem kreativen Bereich. Sie vereinfachen
nicht nur die Ausführung, sondern ermöglichen auch
ein vielfältiges Design.
Beim Prägen wird die Linie in den Passepartout-Karton gedrückt.
Schneiden ist nicht erforderlich, deshalb können Sie ihrer
Kreativität im Bezug auf die Gestaltung freien Lauf lassen
und auch aufwändige Entwürfe leicht umsetzen. Das ausgewählte
Linien-Design existiert durch die leichte Vertiefung ja nur als
Schatten, so können Sie es also sehr detailliert gestalten,
ohne damit zu sehr vom Bild abzulenken. Prägungen gibt es
in vielen unterschiedlichen Variationen. Manche Fotografen prägen
beispielsweise ihre Signatur auf die Passepartouts ihrer Arbeiten.
Obwohl solche geprägten künstlerischen Verschönerungen
faszinierend sind, ist es für Einrahmer sinnvoller, mit
Motiven zu arbeiten, die auch täglich angewendet werden
können.
Generell kann man sagen, dass das Schema, das auch bei V-Linien
zum Einsatz, ebenfalls wunderbar bei Prägungen benutzt werden
kann. Die praxisnahen Ideen sind sich in der Umsetzung sehr ähnlich.
Der große Unterschied zu den klassischen V-Linien ist,
dass das Prägen, obwohl das Resultat so dezent erscheint,
wesentlich komplizierter sein kann.
Die
einzelne Linie
Die einfachste Gestaltungsmöglichkeit
ist es, eine einzelne Linie um den Passepartout-Ausschnitt zu
ziehen. In der Wizard CMC-Software beginnt die Prägelinie
als V-Linie, aber durch das Drücken einer Taste wird diese
zur Prägelinie umgewandelt. Da die Details sehr fein sind,
brauchen Sie sich nicht zurückhalten, wenn es darum geht,
auch die einfachsten Prägelinien zu verzieren. Die vorhandenen
Schnittvorlagen können so abgeändert werden, dass beispielsweise
die Eck-Verzierungen nur noch Millimeter von einander entfernt
sind.
Beim ersten Beispiel
ist die Prägelinie dreizehn Millimeter vom Ausschnitt eines
Doppel-Passepartouts entfernt. An jeder Ecke ist die Linie leicht
geschwungen, um den Stil des Bildes wiederzugeben. Die Verzierung
ist mit vier Millimetern sehr schmal. Zweck ist es, den Betrachter
erst bei näherem Hinschauen darauf aufmerksam zu machen,
dass die Linien in den Ecken geschwungen sind.
Linienpaare
Wenn man sich entscheidet,
Linienpaare zu prägen, verdoppeln sich auch die Gestaltungsmöglichkeiten.
Hier können anfangs die zwei Linien nah nebeneinander platziert
werden. Dieses
Design wirkt, als wären die Linien ein einzelnes Band, das
um das Bild herumläuft. Selbst ohne zusätzliche Verzierungen
erzielen Sie viel Effekt durch die eng beieinander geprägten
Linien.
Die zwei geprägten Linien können rechtwinklig sein,
aber die Ecken können natürlich zum Blickpunkt werden,
indem man dort etwas Leben hineinbringt, um das Interesse des
Betrachters zu wecken. So können Sie zum Beispiel auch ein
Muster entlang der Linien entwerfen. Die Linien können sich
Überkreuzen und werden so zu einem echten Hingucker. All
das wird lediglich ins Passepartout geprägt. So wirken die
Verzierungen sehr zurückhaltend und das Bild bleibt weiterhin
im Fokus des Betrachters.
Das nächste
Beispiel ist eine Art Deco Abbildung. Der Abstand zwischen den
zwei geprägten Linien beträgt fast vier Millimeter
und ist fünfzehn Millimeter vom Ausschnitt entfernt. Die
geprägten Verschnörkelungen entlang der Seiten sind
ebenfalls im Stil des Art Deco gehalten. Sie werden in den Ecken
wiederholt. Die geradlinigen, symmetrischen Motive eignen sich
sehr gut für dekorative Kunst oder Fotografien.
Versetzte
Linien
Eine alternative Methode für
doppelte Linien ist es, sie siebzehn Millimeter von einander
entfernt zu setzen. Auf diese Weise erweckt man die Illusion
eines Französischen Passepartouts. Die innere Linie ist
fünf Millimeter vom Ausschnitt entfernt. Wie bereits im
Beispiel der einzelnen Linie gezeigt, ist es sehr einfach, Eck-
Verzierungen einzufügen. Die Ecken der äußeren
Linien in diesem Beispiel haben eine Wölbung von drei Millimetern.
Die Ecken der inneren Linie sind rechteckig. Anstatt Verzierungen
an den Längsseiten anzubringen, sind die
Linien oben und unten durch eine Schleife unterbrochen. Prägungen
haben den Vorteil, dass sie bei fast jedem Bild eingesetzt werden
können.
Buchstaben und Färbung
Das letzte Beispiel zeigt zwei
weitere Präge-Varianten. Es gibt viele Gründe, warum
man Buchstaben auf einem Passepartout platzieren möchte.
Die Einführung des computergesteuerten Passepartoutschneiders
vereinfachte das Schneiden von Buchstaben bereits um ein Vielfaches.
Der Nachtteil ist jedoch, dass die Buchstaben sehr groß
sind. Geprägte Buchstaben können sehr viel kleiner
sein, da man kein Schneidewerkzeug benötigt. Im Wizard-Programm,
gibt es mehrere Schriftarten, die speziell konzipiert wurden,
um alle Designs in einer Linie prägen zu können und
die sich somit auch für kleine Motive und Schrift eignen.
Der Name in diesem Beispiel ist nur dreizehn Millimeter hoch.
Das Datum hat eine Höhe von sechs Millimetern. So viele
Informationen auf dem Passepartout müssen keinesfalls von
der anderen Seite des Zimmers lesbar sein, sondern sollten eher
dezent eingesetzt werden.
Es existiert jedoch generell die Meinung, dass Prägelinien
zu subtil sind. Einige Einrahmer haben daher Versuche gemacht,
die Linien mit etwas Farbe zu untersetzen. Eine gute Idee ist
es, die geprägten Linien beispielsweise mit einem Buntstift
nachzuziehen. Das Muster wurde durch eine Transferfolie eingefärbt.
Eigentlich werden diese Folien durch beheizen aufgedrückt,
aber in diesem Fall haben wir die Folie vor dem Prägen auf
dem Passepartout befestigt. Durch den Druck des Prägewerkzeugs
wurde das Gold dann in die Linie gedrückt.
Papiereigenschaften
Egal, ob Sie die geprägten
Linien kolorieren oder schlicht lassen, je komplizierter sie
werden, desto mehr Einschränkungen können die Folge
sein. Das Prägewerkzeug drückt sich in den Passepartout-
Karton. Dementsprechend muss sich das Oberflächenpapier
in diese Einkerbung schmiegen. Zu allererst müssen Sie deshalb
darauf achten, dass Sie den Druck des CMC nicht zu hoch einstellen,
da sonst das Oberflächenpapier des Passepartouts reißen
kann. Risse können auch ein Zeichen dafür sein, dass
das verwendete Papier nicht über genügend Dehneigenschaft
verfügt. Aber auch wenn Sie viele Linien prägen, die
sehr eng nebeneinander stehen, wird das Oberflächenpapier
kontinuierlich gedehnt und reißt irgendwann ein. Zuletzt
müssen Sie darauf achten, dass, selbst wenn sie das kleinste
Prägewerkzeug benutzen, die Abstände zwischen den Linien
messbar bleiben. Ansonsten könnte das Design verschwommen
und schlecht verarbeitet wirken.
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