Handwerk

zurück zur Auswahl

Kölner Instacoll System
Instant-Vergoldung liefert tolle Ergebnisse

Mit der Step-by-Step Methode des Kölner Instacoll Systems von Noris kann man auch ohne große Erfahrung schöne Resultate bei kleinen Vergolderstücken erzielen. Man benötigt jedoch handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl, wenn man diese filigrane Arbeit selbst umsetzen möchte. Eines lernt man bei der Durchführung auf jeden Fall: Respekt vor dem Ausbildungsberuf des Vergolders.

Das Starterset von Noris enthält alles, was man für eine einfache Vergoldung benötigt. Die so genannte Instacoll Base, den Aktivator ebenso wie einen schmalen Kunsthaar-Pinsel, ein weiches Baumwolltuch und natürlich echtes Blattgold. Fünf Blätter des hauchdünnen Materials reichen für ein kleines Vergolderstück. In diesem Fall soll ein handelsüblicher Fotorahmen aus Holz verziert werden. Das schmale Profil ist leicht s-förmig gekehlt und fällt nach innen etwas ab. Dieses kleine Detail erfordert beim späteren Anlegen des Blattgoldes besondere Aufmerksamkeit, da das feine Material an diesen Stellen leicht einreißt. Das Instacoll System eignet sich für Untergründe wie lackiertes Stahlblech, Kupfer, Zink, Aluminium, weichmacherfreie Kunststoffe und natürlich Holz. Wichtig ist, dass der Untergrund möglichst glatt und porenfrei ist. Aus diesem Grund wurde der Holzrahmen mit sehr feinem Schleifpapier überarbeitet und anschließend vom Holzstaub gesäubert.

Empfindliches Material

Der Auftrag der Instacoll Base, die in einem Gelbton oder klar erhältlich ist, erfolgt mit einem weichen Kunsthaarpinsel der immer auf die Größe des Objekts abgestimmt werden sollte. Die Grundierflüssigkeit ist verwendungsfertig und kann direkt auf den sauberen Grund aufgetragen werden. Der Anstrich sollte nicht zu dünn erfolgen, aber dennoch gleichmäßig sein. Ähnlich wie beim Lackieren wird in kleinen Bewegungen in beide Richtungen gestrichen, ohne dabei zu oft die gleiche Stelle zu übermalen. Die Base muss nun gründlich durchtrocknen, was je nach Zimmertemperatur zwischen ein und drei Stunden dauern kann. Den Test kann man machen, indem man ein Stückchen Seidenpapier aus dem Blattgoldheft trennt und über die bestrichenen Flächen gleiten lässt.
Beim Verfahren für hochglänzende Vergoldungen kommt nun der Aktivator zum Einsatz, ein acrylathaltiges Adhesiv mit sehr geringem Lösungsmittelanteil. Er ermöglicht das so genannte „trocken Anlegen“. Der Auftrag erfolgt mit Hilfe eines sauberen, flusenfreien Baumwolltuchs, das im Starterset enthalten ist. Die Flüssigkeit darf nur sehr dünn und gleichmäßig aufgewischt werden und muss anschließend etwa zwei Minuten trocknen. Danach ist der Instacoll-Film für ungefähr 60 Minuten aktiv für die Aufnahme des Blattgoldes. Größere Flächen können nach und nach aktiviert werden, wobei man darauf achten muss, das bereits angelegte Blattgold nicht mit dem Aktivator zu berühren. In unserem Fall wird der kleine Rahmen komplett mit der leicht milchigen Flüssigkeit behandelt.
Zur einfacheren Verarbeitung sollte das empfindliche, hauchdünne Blattgold zusammen mit dem Transferpapier in entsprechend kleine Stücke geschnitten werden, um zu viel Ausschuss zu vermeiden. Bereits hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, da das echte Blattgold extrem leicht reißt. Dann wird der glänzende Werkstoff mit Hilfe des Papiers auf den behandelten Rahmen gelegt und vorsichtig mit Baumwollwatte angedrückt. Die Watte darf dabei die Flächen mit dem Aktivator nicht berühren. So belegt man nach und nach das gesamte Werkstück lückenlos mit dem feinen Blattgold.
Zuletzt reibt man den vergoldeten Rahmen mit einem sauberen Stück Baumwollwatte ab, wobei überlappende Goldstückchen entfernt werden. Dieser Vorgang poliert die belegten Flächen und es entsteht der Spiegelglanz.

zurück zur Auswahl

© Der Kunsthandel 2009