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Handwerk
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Praxiserprobtes Werkstattmaterial
Nützliche Helfer
Das Multihandwerk des Einrahmers
erfordert neben einer umfangreichen Ausstattung mit herkömmlichem
Werkzeug und unzähligem Zubehörmaterial auch einige
sehr spezielle Hilfsmittel für die Werkstatt. Jeder Handwerker
hat natürlich seine eigenen praktischen Lösungen, aber
manchmal helfen Tipps und Tricks von Kollegen, die eigenen Fertigkeiten
weiter zu perfektionieren. Die versierte Einrahmerin Petra Letson
hat dem KUNSTHANDEL einige ihrer Favoriten verraten. Die Produkte
sind zum Beispiel bei den Zubehör-Spezialisten Lion oder
Leha erhältlich.
Enthefter
Für das sichere und schnelle Entfernen von Tackerklammern
bietet sich ein Enthefter oder auch Klammerheber genannt, an.
Das Werkzeug verfügt über einen stabilen Hebel, der
über ein schwenkbares Scharnier mit der Basis verbunden
ist. Der Werkzeugkopf des Enthefters wird unter die Tackerklammer
gesteckt und mit etwas Druck auf den Griff kann diese durch die
Hebelwirkung mühelos entfernt werden. Durch die breitere
aber punktgenaue Auflage werden Bilderleisten oder anderes Material
nicht beschädigt und auch ein Abrutschen, wie es sonst bei
der Benutzung von Schraubendrehern geschehen kann, wird vermieden.
Glas-Kröselzange
Diese Glaszange verfügt über speziell geformte Zangenbacken
aus geschmiedetem Stahl. Falls ein Bilderglaszuschnitt doch einmal
etwas ungenau ausfällt, leistet dieses Werkzeug beim Abbrechen
angeritzter Glasstücke und zum Abkröseln des überstehenden
Glases sehr gute Arbeit.
Falzauflagen
Dieses Prinzip zur schnellen Falzhöheneinstellung wurde
von Cassese entwickelt und patentiert. Damit gehört das
Auf- und Zuschrauben der Falzhöhenversteller der Vergangenheit
an. Durch eine falsche Falzhöheneinstellung kann die Leiste
auf der Auflage wackeln, was zu ungenauen Schnittergebnissen
und schlecht verbundenen Rahmenecken führt. Während
sich die Cassese Falzauflagen unter dem Leistenfalz befinden,
können sie durch kurzes Herunterdrücken und Loslassen
schnell auf die erforderliche Höhe eingestellt werden. Als
erstes wird der Drehknopf gelöst und die Falzauflage heruntergedrückt.
Anschließend platziert man die Leiste mit dem Falz über
der Auflage und lässt die Auflage los. Die weiche Feder
lässt die Falzauflage direkt unter den Leistenfalz springen.
Danach muss der Drehknopf wieder festgezogen werden und die Leistenhöhe
ist exakt eingestellt. Die schnell einstellbaren Falzauflagen
eignen sich zum Beispiel für Gehrungsstanzen von Morso,
Hansen als auch für Jyden. Die maximale Falzhöhe beträgt
45 Millimeter.
Anschlag
für Gehrungsstanzen
Ein unspektakulär wirkendes Zubehörteil mit großer
Wirkung hat auch der dänische Gehrungsstanzen- Spezialist
Morso im Programm. Mit dem zweiten Anschlag wird das Schneiden
kurzer und langer Leistenstücke ermöglicht, ohne dafür
extra den Mess- Stopper verstellen zu müssen. Das spart
im Werkstatt-Alltag viel Zeit. Der zweite Anschlag wird einfach
auf die rechte Aluminiummessleiste der Gehrungsstanze gesteckt.
Beim Zuschneiden von langen Bilderleisten kann er zurückgeklappt
werden und behindert somit nicht die Arbeit.
Transparente
Klebestreifen
Auf der Rückseite dieser durchsichtigen, zehn Zentimeter
langen PVC-Streifen befindet sich ein schmaler, säurefreier
Kartonstreifen, der mit Haftkleber und Silikonpapier versehen
ist. Der Klebstoff ist mit einem ausreichenden Abstand vom Außenrand
des Kartons angebracht, um sicher zu gehen, dass die Kunstwerke
keinesfalls mit dem Klebstoff in Berührung kommen. Die Klebestreifen
können je nach Bedarf auf die erforderliche Länge zugeschnitten
werden. Anschließend werden die Kunstwerke auf einem säurefreien
Passepartout positioniert und die Streifen um die Arbeit herum
geklebt. Dabei muss sich die transparente Folie über dem
Kunstwerk befinden. Diese hält dann die gerahmte Kunst in
Position, ohne dass sie mit Klebstoff in Berührung kommt.
Empfindliche Kunstwerke wie Grafiken oder historische Fotografien
werden nicht beeinträchtigt und können jederzeit wieder
vom Passepartout abgenommen werden.
Rahmenverzierungen
aus Holzpaste
Mit vorgefertigten Bilderrahmenverzierungen können schnell
sehr schöne Effekte erzielt werden. Auch einfache Bilderrahmen
werden so zu echten dekorativen Hinguckern. Die Verzierungen,
die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind,
werden aus einer Holzpaste, einer Mischung aus Holzmehl und Bindemittel,
geformt. Um sie einem bestimmen Leistenprofil anzupassen, können
die Formen in der Mikrowelle oder mit einer Heißluftpistole
erhitzt werden. Dadurch werden sie wieder biegsam und lassen
sich beliebig verformen. Sobald die Verzierungen am Rahmen angebracht
wurden, können sie genauso wie normales Holz weiterverarbeitet,
bemalt oder auch vergoldet werden. Allerdings ist bei der Handhabung
etwas Vorsicht geboten, da die Verzierungen leicht zerbrechlich
sind. Etwaige Bruchstellen können jedoch leicht mit gewöhnlichem
Holzleim repariert werden.
Ringschraubendreher
Absolut finger- und kraftschonend ist dieses praktische Werkzeug
mit dem Ringschrauben in Sekundenschnelle eingesetzt werden können.
Zunächst wird mit der Spitze des Twirlers die Eintrittsstelle
der Ringschraube eingestochen. Dann kann die Ringschraube ganz
normal mit den Fingern in die Leiste eingedreht werden. Sobald
die Schraube im Holz steckt, wird die gebogene Spitze des Werkzeugs
durch den Ring der Schraube gesteckt und der Twirler solange
gedreht, bis die Ringschraube tief genug im Holz verankert ist.
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© Der Kunsthandel 2009 |