|
Handwerk
zurück
zur Auswahl
Backlit-Folie
Strahlende Bilder im Selbstbau-Verfahren
Immer mehr Einrahmer verfügen
heute über einen Großformat-Drucker. So ein Gerät
macht aber nur dann Sinn, wenn man die Möglichkeiten auch
nutzt, die sich dadurch ergeben und individuelle Komplettprodukte
für seine Kunden entwickelt. Dr. Thorsten Fröhlich
von Art & Bijou in Köln zeigt, wie man mittels einer
Backlit-Folie und einem einfachen Wechselrahmen ein attraktives
Bild herstellt, das von hinten beleuchtet werden kann.
Backlit-Folien werden in erster
Linie im Werbebereich eingesetzt. Sie eignen sich ideal für
Leuchtkästen im Innen- und Außenbereich, zum Beispiel
in Schaufenstern, Einkaufszentren oder Bushaltestellen. Backlit-
Folien sind rückseitig beleuchtbar. Sie sind also nicht
durchsichtig, aber lichtdurchlässig.
Die Rückseite der Folie ist meist glänzend. Die Vorderseite,
die bedruckt wird, ist matt. Im Bedarfsfall kann ein Backlit
Frontprint kalt oder heiß laminiert werden, um den Druck
dauerhaft gegen Witterungs- und mechanische Einflüsse zu
schützen.
Perfekt für Fotos
Bedrucken lässt sich die
Folie mit nahezu jedem modernen Tintenstrahldrucker. Damit die
Farben nicht verfälscht dargestellt werden, ist es allerdings
wichtig, das richtige Druckerprofil zu wählen. Dr. Thorsten
Fröhlich verwendet eine hochwertige Folie des Spezialpapieranbieters
Tecco, die er als Rollenware für 118 Euro für eine
20-Meter-Rolle mit 61 Zentimetern Breite kauft. Dr. Fröhlich:
Ich habe die Erfahrung gemacht,
dass bei unserem Epson-Drucker das Druckerprofil für weißes
Fotopapier
die besten Ergebnisse mit der Backlit-Folie bringt. Der Papierton
ist dem der Folie sehr ähnlich.
Fussel beseitigen
Zunächst wird also das
gewünschte Motiv auf der Backlit-Folie ausgedruckt. Vor
allem Fotografien eignen sich besonders gut für diese Form
der Präsentation. Da die Folie grundsätzlich für
eine Verwendung mit Licht von hinten gedacht ist, wirkt
der Ausdruck zunächst wesentlich dunkler als das Originalbild.
Das ist aber völlig normal.
Danach wird der Ausdruck mit dem Cutter auf das gewünschte
Maß zugeschnitten. In unserem Beispiel soll das Bild in
einen einfachen Nielsen-Wechselrahmen eingesetzt werden. Dr.
Fröhlich entfernt dazu die Rückwand, die für das
Fertigprodukt nicht mehr gebraucht wird, nimmt die Glasscheibe
heraus und nutzt sie als Maß für den Bildausschnitt.
Glas als Rückwand
Bevor die Scheibe wieder in den Rahmen
eingesetzt wird, ist es wichtig, sie peinlich genau zu reinigen.
Dr. Fröhlich: Durch die indirekte Beleuchtung, die
später hinter dem Bild angebracht werden soll, wären
Fussel oder andere
Fremdkörper zwischen Folie und Glas besonders gut sichtbar.
Deshalb nutzt Dr. Fröhlich nicht nur ein Reinigungstuch,
sondern er bläst die Scheibe auch noch mit der Druckluftpistole
sauber, um ganz sicher zu gehen, dass kein Schmutz auf dem Glas
bleibt.
Jetzt kann man schon
das zugeschnittene Bild in den Rahmen einsetzen. Man sollte aufpassen,
dass keine sichtbaren Fingerabdrücke auf der Folie sind,
da auch diese durch die Beleuchtung deutlich sichtbar wären.
Zum Abschluss kommt eine zweite Glasscheibe als Ersatz für
die Rückwand hinter das Bild. Theoretisch ist diese zweite
Scheibe gar nicht unbedingt notwendig, da die Backlit-Folie an
sich steif genug ist. Aber so wird sie sauber und gleichmäßig
angedrückt und es können auch später keine Partikel
mehr zwischen Bild und Bilderglas gelangen.
Zur rückseitigen Befestigung können jetzt natürlich
nicht die üblichen Klammern verwendet werden, da sie als
störende Schatten
am Bildrand sichtbar wären, wenn die Beleuchtung hinter
dem Bild eingeschaltet ist. Deshalb schneidet Dr. Thorsten Fröhlich
aus den selbstklebenden Plexiglas-
Abstandhaltern Frametek, die es zum Beispiel von Aicham Larson-Juhl
gibt, vier Stücke, die genau hinten als Abschluss in den
Rahmen passen und das Sandwich aus Bilderglas, Backlit-Folie
und rückseitigem Glas gegen die
Leiste drücken und so zusammenhalten. Und damit ist das
Bild auch schon fertig.
Gute Spanne
Dr. Thorsten Fröhlich:
Man kann hier mit relativ geringem Wareneinsatz ein interessantes
Produkt herstellen, das sich mit guter Spanne verkaufen lässt.
In den meisten Fällen verwendet Art & Bijou dafür
ein deutlich tieferes Profil, wie man es von der Objekteinrahmung
her kennt, und integriert dann die Beleuchtung direkt in das
fertige Bild. Dr. Fröhlich: Die besten Ergebnisse
erreicht man, wenn man hinten eine Milchglasscheibe und Neonröhren
einsetzt. So wird das Licht optimal gestreut und das Bild sehr
gleichmäßig ausgeleuchtet.
Wichtig beim Einsatz einer Backlit-Folie ist, dass sie zur Vorderseite
hin entweder durch Glas, Plexiglas oder eine Laminierung geschützt
wird. Der Druck ist auf dem mikroporösen Papier nämlich
nicht abriebfest. Wer nicht so viel basteln möchte, kann
die bedruckte Backlit-Folie auch in einem Leuchtrahmen, wie zum
Beispiel dem Lumex von Halbe-Rahmen, zum Strahlen bringen.
zurück
zur Auswahl
© Der Kunsthandel 2009 |