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Radiergummi in der Einrahmer-Werkstatt
Papierreinigung ohne Schaden
In praktisch jeder Einrahmer-Werkstatt
gehört auch ein Radiergummi zur Standard-Ausstattung. Mit
dessen Hilfe lassen sich zum Beispiel Bleistiftmarkierungen entfernen.
Eine besonders große Rolle spielen die Gummis bei der Restaurierung
von Papier, zum Beispiel von Druckgrafiken. Hier sollten nur
die Materialien zum Einsatz kommen, die am besten geeignet sind
und keine Schäden verursachen. Deshalb hat eine niederländische
Studie die gebräuchlichsten Radiergummi-Arten unter die
Lupe genommen.
Im Zentrum der Studie des Instituut
Collectie Nederland stand die Frage, ob Radiergummis die Alterung
und Vergilbung von Papieren beschleunigen. Gerade Papierrestauratoren
greifen häufig zur Oberflächenreinigung mit Radiergummi,
Radierpulver, Knetgummi und Wishab-Produkten. Mit diesen Materialien
lassen sich oberflächlicher Schmutz, Staub, fettiger Schmutz,
Insektenkot etc. beseitigen. Das Reinigen von Papier mit einem
Gummi kommt als selbständige Reinigungstechnik, aber auch
als Vorbehandlung für andere Reinigungstechniken zur Anwendung.
Außer für Archivmaterial und gedruckte Abbildungen
verwendet man Radierpulver auch für die Oberflächenreinigung
von Fotos.
Brösel und Vergilbung
Bei einer Untersuchung der
chemischen Zusammensetzung der Radiermaterialien stellte sich
heraus, dass lediglich vier verschiedene Materialgruppen zur
Anwendung kommen: Naturkautschuk mit oder ohne Füllmittel,
synthetischer Kautschuk, Faktis mit Füllmittel, Polyvinylchlorid
mit Weichmacher, sowohl mit und ohne Füllmittel. Bei Wishab
wurde auch Polyurethanester identifiziert. Für die Untersuchung
wählte man Papierarten, die auch in der Praxis der Papierrestaurierung
vorkommen, wie Holzschliffpapier, Canson Zeichenpapier, Whatman
1 und Hadernpapier.
Die verschiedenen
Radiermaterialien wurden im Labor künstlich gealtert. Danach
studierte man die Veränderungen an den Radiermaterialien
und den Papieren unter dem Mikroskop. Das gleiche tat man unter
UVLicht. Es stellte sich heraus, dass sämtliche Gummiarten
durch die künstliche Alterung mehr oder weniger vergilben.
Die Reihenfolge der zunehmenden Vergilbung ist: Polyvinylchlorid,
Faktis, Synthetikkautschuk, Naturkautschuk und Wishab. Bei Naturkautschuk
ist anzumerken, dass die Brösel zuerst klebrig werden und
bei weiterer Alterung wieder verhärten und verbräunen.
Aufgrund der Verbräunung bei Alterung und wegen des Fluoreszenzverhaltens
werden die Produkte Wishab und Groomstick nicht empfohlen.
Testsieger Magic Rub
Die aus Polyvinylchlorid hergestellten
Radiermaterialien Magic Rub und Edding verursachen die geringste
Vergilbung der Papieroberfläche. Auch Archival Aids Draft
Cleaning Powder zeigte gute Ergebnisse. Schon in einer früheren
Studie wurde dem Magic Rub eine hervorragende Eignung für
die Arbeit an wertvollem Papier bescheinigt, weil auch die mechanische
Beschädigung an den Papierfasern minimal ist. Der Radiergummi,
eigentlich eine Erfindung von Faber Castell, wird in den USA
von der Firma Sanford hergestellt.
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